Schlagwort-Archive: Berlin

vorgestellt: tilman meynig

Im Gespräch mit Tilman Meynig. Von Martin Holz

Berlin-Tempelhof, der alte Flughafen. Inmitten dieser Tummelwiese für Stadtbewohner suchen wir einen abgelegenen Winkel. Dann, zwischen Asphalt und ungemähtem Gras gibt mir Tilman sonderbare Anweisungen und zeigt mir mit seinem Körper, was meiner tun soll. Zuerst verwickelt sich mein linkes Bein in das rechte. Meinen Menschen soll ich verrenken, ich soll dies, soll jenes: wir machen Übungen, von denen ich nicht weiß, was sie mit mir tun. Vielleicht ist es Kung-Fu, vielleicht Bruce oder Lee, keine Ahnung – ich lasse geschehen, was geschieht. Danach habe ich die Gelegenheit, ihm Fragen zu stellen: ein Gespräch entsteht, ein Dialog über Longevity und Howard Lee, über Lateinamerika und modernen Schamanismus, über Luhmann und die Wildnis des Denkens. Weiterlesen

accident place

Von Martin Holz

Ein verlassener Spielplatz der ehemaligen DDR. Versteckt in den Winkeln der Eisenbahnstraße, nicht weit bis zum Torgauer Platz, Leipzig. Bei den alten Tischtennisplatten treffe ich sie: Hannah Felsen. Dort also, wo wir uns kennen lernten und heute sind wir verabredet zum Schlagabtausch. Auf dem Weg dorthin, Weiterlesen

support: the tree walker bei indiegogo

The Tree Walker ist ein Kunstprojekt von Christoph Both-Asmus, dass bei ‚conquering places‘ (13.6) in einem Vortrag bereits vorgestellt wurde. Daraus entstandene Arbeiten wurden bei ‚Kunst im Block / flanzendorf b‘ ausgestellt. Zur Zeit findet eine Crowd-Funding-Kampagne auf der Plattform Indiegogo statt, um The Tree Walker zu realisieren. Unterstützt Christoph Both-Asmus mit seinem Projekt auf igg.me/at/thetreewalker.

Infos auch unter www.thetreewalker.com

 

vorgestellt: christoph brandl

Ein Interview von Martin Holz mit Christoph Brandl

Alte Bäckerei, Bumkes verwinkelte Höhle. Vor mir sitzt Christoph Brandl und ich weiß nicht, was mich erwartet. Fotos von ihm zeigen einen Mann, der mit seinem Spähauge auf der Suche nach Stories ist. Stories, die er aus Tatsachen gewinnt, um den Schleichpfaden nachzugehen, die darin und in ihm selbst verborgen liegen. Efeu und Gras verdecken sie (im übertragenen Sinn), und unser Gespräch ist die Spurensuche. Weiterlesen

gesucht und vorgestellt: flanzendörfer

Von Martin Holz

Von irgend nach wo‚ (1) auf der Suche nach flanzendörfer. Ohne Anhaltspunkte oder Adresse natürlich, wie auch, flanzendörfer ist weg, ist untergetaucht und einfach nur tot: seit 1988 ist er das. Kein Namensschild spricht also mehr von ihm. Früher soll es ja auch so gewesen sein: zwischen wechselnden Lagern, Unterkünften und Standorten versuchte er unauffindbar zu bleiben. Vielleicht weil die Spürhunde der großen Krake ‚Staatssicherheit‘ hinter ihm her waren oder er nicht anders konnte. Der Unterschlupf von heute ist jedenfalls ein anderer. Ein paar ‚wrackmente‘ (2) im Rucksack – einem geschulterten Briefkasten (3) – müssen reichen, um in seine Nähe zu kommen. Sie sind der Proviant auf dieser Reise: eine Art Telefonkabel, das ins Jenseits führt. Weiterlesen

vorgestellt: anne amelang

Von Martin Holz

Berlin, der erste Schnee, beides Nebensache, denn alles hat seine schreckliche Zeit und macht sich irgendwann aus dem Staub: es hinterlässt Abdrücke dabei und wirft seinen Schatten auf die Haut der Dinge. Wenn sich der Wind dreht, wenn die Sonne andersherum scheint, dann ziehen auch sie weiter: anders bei Anne Amelangs sichergestellten Fossilien, den schattengewordenen Wäldern, die einer anderen Zeitrechnung angehören. Weiterlesen